Guam und Pjöngjang 2017, statt Hiroshima und Nagasaki 1945?

Als vor 72 Jahren die Vereinigten Staaten von Amerika die Büchse der Pandora öffneten, wollten sie zirka 50.000 ihrer Soldaten schützen, die im Kampf gegen japanische Aggressoren standen. Der zweite Weltkrieg sollte im Osten möglichst schnell beendet werden.

Der erste Lichtblitz über Hiroshima am 06.08.1945 verdampfte 65.000 Menschen, vielleicht blieb noch ein paar eingebrannter Schatten von diesem oder jenem über, die meisten waren allerdings in der ersten Sekunde verschwunden, ausgelöscht!
Die „Glücklichen“, die Überlebenden der ersten Sekunde, starben viehisch – insgesamt 150.000 in den folgenden Jahren.
Am 09.08.1945 blitzte es ein zweites Mal über Japans Nagasaki, ebenso verheerend und tödlich.

Die Büchse der Pandora war geöffnet, kein weitere Staat wagte es jeher wieder, Atombomben oder deren teuflische Weiterentwicklungen in einem Krieg einzusetzen!

Allerdings standen sich schon häufiger all jene, die von des USA gelernt hatten, wer über Kernwaffen verfügt ist unangreifbar, gefährlich oft gegenüber. Nur durch Glück kam es in der Kuba Krise 1962 nicht zu einer weltweiten nuklearen Katastrophe, weil auf beiden Seiten, bei aller Hysterie, die seitens übereifriger Militärs, Politiker und Journalisten geschaffen wurde, sich letztendlich die Vernunft durchgesetzt hatte. Denn – ein Kernwaffenkrieg ist keine Option, dass hatte sich in 13 Tagen in diesem Oktober durchgesetzt!

Heute sieht es um den Krisenherd Nordkorea anders, weniger hoffnungsvoll aus. Auf beiden Seiten sind Führer, die nicht schnell genug die Katastrophe herbeireden können und zur Salzsäule erstarren werden, wenn sie das auch tun müssen, was sie da sagten. Beide sind gleich gefährlich und gehörten eigentlich von der Führung ihrer Völker entbunden.

Aus der Kubakrise gab es noch eine wichtige Lehre neben der Option, dass  Kernwaffenkriege nicht führbar sind und das war der Weg aus ihr heraus! Als beide Seiten erkannten, dass nur über einen Kompromiss, also eines Angriffsverzichtes der USA gegenüber Kuba und dem späteren Abzug von Kernwaffen aus der Türkei sowie dem Abzug sowjetischer Kernwaffen von Kuba, erst da konnte die Krise entschärft werden! Dieser Kompromiss war ein belastbares Ergebnis und konnte die Krise beenden.

Die Vereinigten Staaten gaben eine Garantie, die sich als verlässlich erwies! Und eine solche völkerrechtsverbindliche Garantie muss demzufolge auch zwischen den USA und Nordkorea ausgehandelt werden. Damit die Nordkoreaner keinen Grund mehr haben sich mit Kernwaffen und Trägerwaffen hoch zu rüsten.

Aber wie gesagt, dazu gehören Politiker der Vernunft. Politiker, die die Schmerzgrenze des anderen kennen und sich darauf einzustellen wissen und keine, bar jeder Vernunft.

Übrigens, ich bin davon überzeugt, dass die sich finden und zur Stelle sein werden, nach ausreichendem Leidensdruck. Denn spielen wir das, was da kurzfristig kommen kann, mal durch:

Nachdem beide Seiten sich gegenseitig übelst beschimpft haben werden und keine Gelegenheit ausließen sich gegenseitige Auslöschung vor Augen zu führen, die Sache also völlig aus dem Ruder gelaufen ist, wird der Konflikt in die nächste Stufe gehen, aus dem nationalen Konflikt wird ein internationaler!
Atomexplosionen auf Guam in der Nähe Indiens und in Nordkorea, bei starker Schädigung der bedeutenden globalen Wirtschaftszentren Südkorea und Japans, von der Interessenlage Chinas gar nicht zu reden, macht den Konflikt rasant schnell international. Nun stehen sich China/Russland und der Westen unter Führung der USA militärisch gegenüber.

Ab nun könnten Gleichwertige, wirklich die handeln, die sich gegenseitig pulverisieren können. Die Zeit selbstherrlicher Schwätzer ist längst überschritten.

Nun wird der Druck auf beide Lager so groß sein, sich entscheiden zu müssen, haben sie aus der Kubakrise gelernt und können auch eine Lösung finden zwischen Nordkorea und den USA oder muss die Welt 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg den Fehler erneut begehen, dass politisch Unvernünftige das sagen haben, wie seinerzeit Kaiser Wilhelm aus Deutschland, der mit seiner Rhetorik, dem Kriegsgeheul nicht schnell genug in die Schützengräben kommen konnte, als es aber passierte, hatte er das alles so nicht gewollt.

An dieser Stelle wird sich Präsident Trump beweisen müssen, führt er den Westen in eine nukleare Konfrontation mit China/Russland, muss das westliche Bündnis zerbrechen, denn so viel Vasallentum, Nibelungentreue und Unvernunft einen Nuklearschlag oder nuklearen Gegenschlag gegen Nordkorea zu führen, kann er nicht erwarten! Bisher galt auch bei deutschen Politikern der Kernwaffenkrieg nicht als führbar, bestenfalls für Planspiele der Generalität geeignet, aber wirklich, war das keine Option! Wenn aber der Führer der westlichen Welt den Kernwaffenkrieg als führbar macht, werden die USA ihrer Verantwortung die Büchse der Pandora wieder zu schließen nicht nur nicht gerecht, sie werden gebrandmarkt sein!

Es bleibt also zu hoffen, dass sich seitens der USA Politiker wie die Kennedys finden, wenn der Präsident Trump inkompetent ist und die Krise nur mit Kernwaffenschlägen zu lösen weiß und auf der Seite Nordkoreas auch ein Chruschtschow aus dem Schatten tritt, damit die Welt wieder ruhiger wird und sie endlich ihre Lektion lernte und unter Führung der USA die Büchse der Pandora wieder geschlossen wird, dann und erst dann wäre Sühne getan, könnten die Geschichtsschreiber der Zukunft das Kapitel Kernwaffenschläge oder gar Kriege als ausgestanden, als eine leidige Periode benennen.

Published by Carsten Bluck

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